Elternblog "ICH LEBE! jetzt!"

Gespräch mit Familienbloggerin Susanne Hausdorf

 

Logo von Ich lebe jetzt

Mit der Geburt des ersten Kindes betreten Eltern absolutes Neuland. Man bekommt viele Ratschläge - auch ohne es zu wollen - und merkt schnell, dass nicht alles für die eigene Familie funktioniert. Elternblogs haben im großen Meer der Online-Weisheiten den großen Vorteil, dass man sich den aussuchen kann, der zu einem passt. Sei es, weil die Familiensituation der eigenen ähnelt oder weil man die Welt mit ähnlichen Augen sieht. Hier gibt es die neuesten Produkte, leckere Rezepte vom gesunden Pausensnack bis zur Einhorntorte und erproben Fernreisen mit Kleinkindern. Elternblogger schreiben von den Problemen des Elternseins, beschäftigen sich mit Nachhaltigkeit oder sagen laut, dass es manchmal einfach zu viel ist.
Auch in Franken wird gebloggt. Mit Susanne Hausdorf haben wir über ihren Blog „Ich lebe! Jetzt!“ gesprochen.

Liebe Susanne, sag uns kurz wer Du bist.
Ich bin Fränkin durch und durch. Aber mit einem Teil meines Herzen in Norwegen. Eigentlich bin ich Linguistin und beschäftige mich mit den nordischen Sprachen Norwegisch, Schwedisch und Dänisch als Übersetzerin. Zusätzlich bin ich Autorin für verschiedene Medien. Um meine Kompetenzen zu vertiefen studiere ich nebenbei noch Journalismus.

Was bloggst Du so?
Meine Texte spiegeln einen Teil meiner privaten Interessen. Deshalb ist die Bandbreite groß: auf meinem Blog geht es auf der einen Seite um das Leben mit Kindern und Familienrezepte. Auf der anderen Seite schreibe ich auch über Themen wie Vereinbarkeit, Digitalisierung und wie man es schaffen kann nachhaltiger zu leben.

Susanne Hausdorf

Woher weißt Du wer liest, was Du schreibst? Merkst Du welche Themen die Eltern besonders interessieren?
Zum einen gibt es die Blogstatistik. Viel wichtiger ist aber das Feedback der Leser direkt auf dem Blog und über die Sozialen Medien. An den Reaktionen merkt man, welche Themen gerade aktuell sind.

Welche Funktion übernehmen Elternblogs Deiner Ansicht nach für Mütter und Väter?
Elternblogs geben Müttern und Vätern das Gefühl nicht alleine mit den Herausforderungen als Eltern zu sein. Wenn das Familienleben besonders fordernd ist, hilft es zu lesen, dass es anderen ähnlich ergeht. Und für manche Sorgen finden sie auf Blogs Denkanstöße und Lösungsansätze für das eigene Leben.

Stichwort Privatsphäre. Elternblogger geben viel Preis von ihrem Privatleben und damit auch automatisch von dem Ihrer Familie. Wie gehst Du / geht Ihr damit um?

Privatheit auf Familienblogs ist immer ein vieldiskutiertes Thema. Jeder handhabt es auf seine Weise. Auf „Ich lebe! Jetzt!“ gibt es keine Bilder, die meine Kinder oder meinen Mann von vorne zeigen. Genauso wenig nenne ich sie beim Namen oder schreibe über Ereignisse, die ihnen später peinlich sein könnten. Mein größtes Kind ist fast elf und darf langsam mitentscheiden, was von ihm veröffentlicht wird und was nicht.

Wenn man selbst so viel online ist, wie wünscht Du Dir dann den Umgang Deiner Kinder mit digitalen Medien? Digitalisierung ist ein großes Thema für mich und ich finde es sehr schwierig Regeln im Umgang mit Medien zu definieren. Das Problem liegt darin, dass unsere Generation keinerlei Vorbilder zu dieser Frage hat. Wir tasten uns langsam an eine kindgerechte Mediennutzung heran. Für uns gilt bisher eine Mischung aus Aufklärung, Begleitung und Vertrauen.

Beim Lesen deines Blogs ist mir aufgefallen, dass es wenig lokale Bezüge gibt. Kennst du Elternblogger, die sich an ein regionales Publikum wenden?
Hin und wieder stelle ich regionale Geschäfte, wie zum Beispiel „Blond! Made in Nürnberg“ vor, oder ich berichte von Ausflügen in die Region. Anke, die auf Mamagehtonline.de schreibt, hat ganz viele regionale Ausflugstipps,

 

Susanne Hausdorf auf der Elternblogger Konferenz

 

Ein Blog kostet viel Zeit im turbulenten Familienalltag. Was bringt Dir diese Arbeit oder kann man damit reich werden?
Die Arbeit an meinem Blog hat mir in den vergangenen fünf Jahren hauptsächlich ein großes Netzwerk gebracht. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, die mir sonst nie über den Weg gelaufen wären. Zusätzlich half sie mir auch mal über den Tellerrand zu schauen und andere Arten Familienleben zu gestalten kennenzulernen.Mein Blog ist meine Spielwiese, auf der ich verschiedene Dinge ausprobiere, die ich beruflich umsetzen möchte. Bisher habe ich eine Handvoll Kooperationen gemacht. Das heißt Artikel gegen Bezahlung veröffentlicht.
Die Antwort auf die Frage aber ist: ja, man kann mit viel Zeiteinsatz vom Bloggen leben. Ich persönlich denke aber, dass ich lieber unabhängig bleiben will und meine Meinung weitgehend unabhängig von Sponsoren schreiben möchte.

Du hast schon zwei Mal die Elternblogger-Konferenz „denkst“ in Nürnberg mit veranstaltet. Wie wichtig ist es, sich in der schnell wachsenden Blogger-Szene zu vernetzten und in wie weit seid Ihr Konkurrenten?
Sich zu vernetzen ist das beste Mittel, um im Internet sichtbar zu werden. Sven und mir ist es besonders wichtig die unterschiedlichen Familienblogger zusammen zu bringen, damit alle merken: wir sind keine Konkurrenten und sitzen im gleichen Boot. Gemeinsam sind wir stark und haben eine Stimme in der Gesellschaft. Und weil das „Über den Tellerrand schauen“ für die eigene Weiterentwicklung auch sehr gut ist, gründen wir demnächst einen Bloggerclub, in dem sich Blogger mit verschiedenen Themen vernetzen können.

Hier gehts zu Susannes Blog und zur FB-Seite der Konferenz "denkst" www.ichlebejetzt.com , https://www.facebook.com/

 

 

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